Fußball: Kreisstrukturreform Münster/Warendorf
Was bringt die geplante Kreisstrukturreform für die Fußballer in Münster? Geht es nach den Vorstellungen der hiesigen Vereinsvertreter und des Kreisvorstands, soll der Kreis in seiner bisherigen Form, also im Zusammenschluss mit Warendorf, bestehen bleiben (wir berichteten). Ob dieser Wunsch allerdings auf dem außerordentlichen Verbandstag im Mai in Kamen Berücksichtigung finden wird, ist derzeit völlig offen.
Als einer der ersten Kreise stimmten die Delegierten aus Münster/Warendorf am 11. Januar über die geplante Reform ab, die eine Verschlankung von bisher 33 auf 26 Kreise (ab der Saison 2016/17) vorsieht.
Die Ziele des Fußball- und Leichtathletik Verbands Westfalen (FLVW) sind zum einen die Angleichung der Fußballkreise an die politischen, das Entgegenwirken gegen den demografischen Wandel sowie die Verkleinerung des Verwaltungsapparats. Das Votum in Münster/Warendorf fiel eindeutig gegen die Vorstellungen des Verbands aus.
Auch Beckum sagt „nein“
Nicht unerheblich sind aber auch die Ergebnisse der Kreistage aus dem münsterschen Umland. Hier kommt vor allem dem Kreis Beckum eine interessante Rolle zu. Die Nachbarn aus dem Osten votierten gut eine Woche nach Münster/Warendorf. Auch hier wurde die Reform in ihrer möglichen Gestalt, nämlich dass Münster/Warendorf und Beckum zusammengefasst werden, abgelehnt.
Doch würde Beckum gern mit Warendorf fusionieren, was auch dem politischen Kreis Warendorf entsprechen würde. Hier böte sich eine Vielzahl von Lokalderbys an, während der Bezug zu Münster kaum vorhanden ist. In diesem Fall wäre es also möglich, dass Münster als Stadt ein eigener Fußballkreis wird.
18 Kreise nicht betroffen
Das ist im Ruhrgebiet schon jetzt häufig der Fall (Dortmund, Bochum, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Hagen). Diese flächenmäßig kleinen Fußballkreise (insgesamt 18) sind also von den angedachten Änderungen gar nicht betroffen.
„Vermutlich werden diese Kreise dann wohl für die Reform stimmen“, sagte Norbert Reisener, Kreisvorsitzender in Münster/Warendorf. Entscheidungen in geplanten Großkreisen wie Steinfurt oder Hochsauerlandkreis stehen derweil noch aus.
Standpunkt ist klar
Für Reisener und seine Mitstreiter aus dem Kreisvorstand heißt es nun also: abwarten. Sie verfassten kurz nach dem Kreistag einen Antrag an den Verband, in dem noch einmal der Standpunkt des Kreises und Kritikpunkte an den Reformplänen deutlich gemacht werden. Die Hauptargumente des Verbands, der demografische Wandel und Probleme bei der Mittelverteilung, treffen demnach aktuell nicht auf Münster/Warendorf zu.
Dennoch wird sich der Kreis dem fügen müssen, was die Mehrheit der Delegierten auf dem Verbandstag im Mai entscheiden wird. Wohl oder übel.
